Die Mahnwache am Steinbecker Bahnhof


zum Ausschwitz-Gedenktag

27.01.2001

Schüler des Gymnasiums Siegesstraße und des Wilhehn-Dörpfeld-Gymnasiums haben gestern mit einer Mahnwache auf dem Bahnhof Steinbeck daran erinnert, dass von hier aus über 1.000 Juden aus Wup­pertal und Umgebung in verchiedene Venichtungslager deportiert worden sind.

Als die Todes-Züge fuhren

Gestern Schüler-Mahnwache am Bahnhof Steinbeck in Elberfeld Der am 6. November 1988 eingeweihte Obelisk auf dem Steinbecker Bahnhof gehört zu den unbekanntesten Denkmälern in Wuppertal. Genau hier haben gestern Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Siegesstraße und des Wilhelm-Dörpfeld­Gymnasiums zusammen mit dem Evangelischen Schulreferat an den "Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus"erinnert. Die Mahn-Aktion war einer der vielen Veranstaltungen, die den 27. Januar in lebendiger Erinnerung halten sollen. 1996 hatte der damalige Bundespräsident Roman Herzog dieses Datum, an dem das Vernichtungslager Auschwitz befreit wurde, zum "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" erklärt. Vom Bahnhof Steinbeck aus sind 1941 und 1942 mehr als 1.000 jüdische Mitbürger aus Wupppertal und der näheren Umgebung in die Lager von Izbica, Litzmannstadt, Minsk, Riga und Theresienstadt verschleppt worden. Eiskalt und technokratisch bestens organisiert sind diese Transporte verlaufen und stets durch bürokratische Wortwahl "beschönigt" worden. Am 20. Juli 1942 beispielsweise mussten 289 Wuppertaler Juden an der Steinbeck sein, eine Nacht im Schlachthof verbringen und am nächsten Tag nach Düsseldorf-Derendorf fahren. Der dort zusammen gestellte Zug mit 997 Juden erreichte Theresienstadt am 22. Juli um 9.18 Uhr. Als das KZ am 9. Mai 1945 von der Roten Armee befreit wurde, waren von den Wuppertaler Juden nur die wenigsten noch am Leben.

Doppelte Ausstellung

Heute werden in der "Begegnungsstätte Alte Synagoge" um 19.30 Uhr die zwei Ausstellungen "Konzentrationslager Kemna" und "Allein in die fremde Welt" eröffnet. Es handelt sich um eine Kemna-Dokumentation des Gymnasiums am Kothen und um eine Zeitzeugen-Schau des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums.
(Bild und Text: Wuppertaler Rundschau; Verfasser: Stefan Seitz; Foto: Heinz Eschmat)
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Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium (www.wdg.de) - David J. Ludwigs, M. Baer