Welche Fähigkeiten setzt ein sinnvoller Umgang mit dem Internet voraus?

Lebenslanges Lernen - die Forderung der Gegenwart - bedeutet nichts anderes als Aufnehmen, Verarbeiten, Verknüpfen, Behalten und Reproduzieren von Informationen. Diese Fähigkeiten zu wecken und in verschiedenen Bereichen zu üben, bleibt weiterhin die zentrale Aufgabe der Schule. Aufbauend auf den Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen/logisches Verknüpfen können im Laufe der Zeit nach und nach Medien (z.B. Film, Fernsehen) eingesetzt werden, die in ihren speziellen positiven und negativen Möglichkeiten erkannt und sachgerecht genutzt werden sollen.

Auch das Internet sollte als Medium in seinen Vorzügen und Nachteilen kritisch beurteilt und nicht "drauf los" genutzt werden. Insbesondere ist Informationsmanagement* als wichtige Fähigkeit zu betrachten, die gelernt und trainiert werden muß. Noch vor wenigen Jahren war es ausschließlich Wissenschaftlern und Spezialisten vorbehalten, sich weit verstreute Informationen zu beschaffen und sie zu verarbeiten; heute wird der Internetnutzer ohne vorangegangene Schulung mit einer Fülle von Informationen konfrontiert, deren Beherrschung ihn vor Probleme stellt.

Die Verfügbarkeit von Informationen führt nicht ohne weiteres dazu, daß sich die Menschen besser informiert fühlen oder tatsächlich besser informiert sind. Im Gegenteil. Der Schritt ins Informations-Chaos beginnt dort, wo man sich in den Einzeldaten verliert. Häufig wird durch Präzision der Eindruck erweckt, man wisse genau Bescheid. Nicht nachprüfbare Zahlen mit drei Stellen hinter dem Komma wirken realistisch, überzeugend und einschüchternd. Muß man wirklich wissen, daß jeder 2,134ste Haushalt mittlerweile eine Spülmaschine besitzt, oder reicht es nicht aus, zu wissen, daß es jeder zweite ist? Die scheinbare Präzision suggeriert Kompetenz, Zuverlässigkeit und Objektivität. Details und Präzisierungen verstellen dabei allzu oft den tatsächlichen Informationsgehalt.

Informationen als solche sind nichts weiter als zusammengestellte Einzeldaten. Die Welt wird bewegt und verändert durch Ideen und Entscheidungen, die auf Wissen aufbauen, nicht durch die Daten und Zahlen selbst. Informationen belegen Entscheidungen, die aufgrund von Wissen gefällt wurden. Wenn wir das Gefühl haben, von Informationen überrollt zu werden, dann nur deshalb, weil wir keine Leitpfade und Ideen haben, die aus dem Neben- und Durcheinander von Daten durchschaubare Strukturen machen, die die einzelnen Informationen ordnen. Der wirklich informierte Internetnutzer ist kein Datenmüllschlucker, sondern besitzt im Idealfall die Fähigkeit, seine Informationsziele klar zu bestimmen und sich aus den unterschiedlichen Informationsquellen zu bedienen, und er kennt die Möglichkeiten wie die Grenzen der unterschiedlichen Informationsmedien.

Wenn Informationen leicht und kostengünstig für jedermann abrufbar sind, dürfte Detailwissen zunehmend unerheblicher werden. Bedeutsam wird dann das Wissen über den Umgang mit Informationen, eine Art Informations-Alphabetisierung. Um Prozesse zu steuern und Entscheidungen treffen zu können, wird die Beherrschung von Informationen immer wichtiger.

[* vgl. Sabine Krämer / Klaus-Dieter Walter: Informationsmanagement. Medien effizient nutzen - das Wesentliche auswählen. München, Knaur 1996, dem auch weitere Anregungen entnommen sind.]

Erste Voraussetzungen sind die "klassischen" Fähigkeiten, die vor einem Weg ins Internet entwickelt werden müssen, für die Lehrer und Lehrbücher weiterhin unverzichtbar sind:

Entscheidend ist insbesondere eine weitreichende Lese- und Sprachkompetenz:

Aufbauend lassen sich die Fähigkeiten, die für den effektiven Umgang mit dem Internet von Nutzen sind, wie folgt zusammenfassen:

Um auch aktiv an der weltweiten Kommunikation im Internet teilnehmen zu können, darf die "Schreibkompetenz" nicht vernachlässigt werden:

 Neu und speziell im Medium PC erstmalig gefordert sind die folgenden Fähigkeiten, die nicht vergessen werden sollten:

 

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Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium (www.wdg.de) - S.Demmer -  Herbst 1998

 

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