Verleihung des Preises der Pallas Athene am 28.10.2000

Nach knapp drei Jahren verlieh die Vereinigung der Freunde des Wilhelm- Dörpfeld-Gymnasiums am 28. Oktober 2000 zum zweiten Male ihren „Preis der Pallas Athene", mit dem sie laut Satzung Persönlichkeiten auszeichnet, „die sich um die Schule und die von ihr vertretenen humanistischen Zielsetzungen außerordentlich verdient gemacht haben". Die diesjährigen Preisträger waren Herr Prof. Dr. Klaus Held, der langjährige Vorsitzende der Vereinigung der Freunde des WDG, Herr Dr. Jürgen Kabiersch, unserer früherer Schulleiter, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feierte, und Herr Stefan Klein (Abitur 1999) für sein besonderes Engagement für die Schule im Bereich der Einführung der neuen Medien und für seine erfolgreiche Redaktion der Schülerzeitung „die unvollendete".

Während die ersten beiden Preisträger den meisten Mitgliedern der Schulgemeinde und der Vereinigung der Freunde sicher bekannt sind, ist dies für Herrn Stefan Klein nicht unbedingt anzunehmen.

Hier daher seine Erwiderung, die er im Anschluß an die Preisübergabe hielt und die sich insbesondere an die heutigen Schülerinnen und Schüler des WDG richtet:

Zuallererst möchte ich mich ganz herzlich für die große Ehre bedanken, die mir durch die Verleihung dieses Preises zuteil wird und die allemal den langen Weg rechtfertigt, den ich zurückgelegt habe, um heute hier zu sein, denn eigentlich wäre ich jetzt in Schottland, wo ich seit drei Wochen studiere.

Ich erwähne dies nur, weil ich von dort ganz kurz etwas berichten möchte. Und zwar kam bei der Eröffnungsveranstaltung für die neuen Studenten auch der Vorsitzende der Studenten- union kurz zu Wort und er wandte sich mit dem Appell an uns, gute Studenten zu werden, aber vor allem - und dies sei noch viel wichtiger - eine großartige Zeit zu haben und etwas aus den vielen Möglichkeiten zu machen, die uns geboten würden. Er beschrieb all dies natürlich noch eingehender, aber bemerkenswert war vor allem, mit welch überzeugender Begeisterung er es vorbrachte. Und es kommt bei den Studenten an. Es gibt über 150 Interessengruppen an der Uni, die die verschiedensten Dinge auf die Beine stellen: von politischer Betätigung über Zeitung bis hin zu Musik, den ausgefallensten Sportarten und Theater – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Alles von Studenten für Studenten aufgebaut.

Ich habe mich inzwischen selbst der einen oder anderen Gruppe angeschlossen und es ist erstaunlich, wie immer wieder diese Begeisterung für eine Sache zu spüren ist, die dann andere mitreisen kann. Und ich denke, sie ist so wichtig, diese Fähigkeit, sich für etwas begeistern, sich für etwas einsetzen zu können. Nicht alles gelangweilt und passiv an sich vorbeiziehen zu lassen. Natürlich müssen wir alle zur Schule gehen, da haben wir keine Wahl. Aber was wir daraus machen, liegt sehr wohl in unserer Entscheidungsgewalt: Ob wir die Zeit nur absitzen oder ob wir sie zu mehr als nur zur Anhäufung von Wissen nutzen.

Und wer es einmal selbst erlebt hat, der weiß sicherlich, wovon ich spreche. Der weiß, wie spannend es ist, ein Projekt gemeinsam zu planen, zu diskutieren, Schritt für Schritt aufzubauen, gegenüber anderen zu vertreten und durchzuziehen. Der weiß, was für ein großartiges Gefühl es ist, schließlich ein Ergebnis in Händen zu halten. Ich habe dies in meiner Schulzeit erlebt: wenn ich wieder eine neue Ausgabe der UV in den Händen hielt; wenn ich nun erlebe, daß die neue Redaktion bereits mit ihrer ersten Ausgabe einen Preis erzielt; als wdg.de nach langer Vorbereitung endlich online ging... Das waren Momente, die letztlich auch für durcharbeitete Nächte, Frust und Schwierigkeiten entschädigen können. Ich will dabei mich selbst gar nicht so im Mittelpunkt sehen. Es hat vieler Menschen bedurft, viele haben ihren Beitrag geleistet, aber ich habe teilhaben können an dieser Begeisterung, mit der man so viel erreichen kann und die ich gerne hier ein wenig vermitteln und weitergeben würde.

Nun darf ich zusätzlich zu alledem auch noch diesen Preis entgegennehmen. Und ich kann nur noch einmal wiederholen, wie sehr mich dies ehrt. Der heutige Tag gehört mit in die Reihe der unvergesslichen Momente, aus denen schließlich neue Begeisterung für die Zukunft wächst... Und es wäre schön, wenn sich noch mehr Schüler von dieser Begeisterung anstecken ließen.

Danke schön.

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Frau Dr. Demmer, Dezember 2000